So das war also die Nippon Connection 2007.
Ein schönes Wochenende super Wetter wie jedes Jahr zu dieser Veranstaltung. Eigentlich viel zu schade die meiste Zeit in einem Kinosaal auf unbequemen Stühlen zu verbringen. Aber was nimmt man nicht alles auf sich um gutes japanisches Kino zu schauen?
Am Freitag gleich ein Knaller im Analogkino mit “Nightmare Detective” sehr schön blutig, gute Action und klasse Schockeffekte.
Danach noch “Uncles Paradise” ein Pink- Film, einer dieser beliebten Softpornos die in Japan in Extrakinos gezeigt werden und als Sprungbrett für viele Regiseure und Schauspieler gelten da sie hier so richtig schön experimentieren können. Die Handlungen gehen teilweise bis zu politischen Themen hin und es ist eine bestimmte Anzahl von Sexszenen vorgeschrieben. “Uncles Paradise” war sehr amüsant und ich denke man muss die dort beschriebene sexuelle Vorhölle wirklich nicht selbst durchleben!

Darsteller Shiro Shimomoto und Regiseur Shinji Imaoka
Nachdem Film ging es noch in Karaokebar auf ein Bierchen und ein ausgezeichnetes Nudelsüppchen!
Samstag Mittag die abgedrehten Doku über “Yokohama Mary,” einer Frau die 50 Jahre lang als Prostituierte in den Straßen von Yokohama lebte und dort das Straßenbild durch ihr auffälliges Erscheinungsbild über Jahrzente prägte. Das sie im Kabuki- Stil mit komplett weiß geschminkten Gesicht und in vornehmer Kleidung aus Yokohama nicht wegzudenken war. Halt mal eine Doku der anderen Art.
Im Anschluss daran gleich in den nächsten Film “Norikos Dinner Table”. Und hätte ich gewusst das dieser Film fast drei Stunden lang ist wäre ich nicht reingegangen. Denn er zieht sich und bietet eigentlich so gute Ideen, die alle nicht umgesetzt werden. Warum ich nicht rausgegangen bin? Weil ich mir immer noch dachte: Irgendwas muss da doch noch kommen, oder Film ist gleich zu Ende! Aber es kam dann nichts mehr und der Film zog sich nur noch weiter in die Länge!
Danach gab es erstmal eine Filmpause und lecker Ente im Asialaden für den Magen!
Der nächste Film am Samstag war dann “Faces of a Fig Tree”. Der Film war total verwirrend aber schön und bunt. Viele schönen Ideen wurden in Träumen und Realitäten der Darsteller umgesetzt. Das verwirrende war halt, das man nur schwer zwischen Realität und Träumen unterscheiden konnte. Und man sich auch nie im klaren war wessen Realität bzw. Traum gerade gezeigt wurde. Aber darauf hatte ja die Regiseurin, Karori Momoi (eine berühmte Schauspielerin die mit diesem Film ihr gelungenes Regiedebüt ablieferte) schon am Anfang hingewiesen.
Zum Abschluß des Abends noch ein kurzer Pinkfilm “Nikomihoppy” von Toshiro Enomoto. Dieser Film war so schön in Szene gesetzt das man garnicht daran dachte in einem Pinkfilm zu sei. Nur durch die vorgeschriebenen Sexszenen wurde man wieder daran erinnert.
Ja nach den Filmen noch in Offenbach in einer Kneipe den Abend verbraucht und ein paar Bembel getrunken.
Sonntag Nachmittag erst im “Digital” zwei Kurzfilme geschaut. Naja Kurzfilme ist übertrieben da “Tokyo Lady” 37 min lang war und mich eher an einen Pinkfilm erinnert hat, da die Beziehungen in dem Film rein über körperliche Beziehungen dargestellt wurden. Der zweite Film in der Reihe war etwas anders und hieß “Love Song for a Rapper” mit viel schwarzem Humor wird das Scheitern von zwei Brüdern dargestellt, die wirklich alles was sie anfassen verbocken.
Der letzte Film an diesem Wochenende sollte dann wieder Analog sein und “Love on Sunday” von Ryuiche Hiroki heißen. Sehr schöne gefühlsbetonte Schnulze mit japanischen Schulmädchen, nach dem Motto: Den den ich haben will kann ich kriegen und den den ich kriegen kann will ich nicht!
Alles in allem mal wieder ein schönes Festival.
Organisatorisch eigentlich ganz gut.
Natürlich auch wieder ne Tasche und ein T-Shirt zur Unterstützung des Festivals gekauft.